Höhenmeter bergauf:
1959 m
Höhenmeter bergab:
1959 m
Die Namensähnlichkeit ist bewusst gewählt: Diese Tour ist die größere Schwester der „Seiser Alm Hüttentour“. Startpunkt ist diesmal nicht das Grödner Tal, sondern Seis. Oben auf der Seiser Alm ist der Tourverlauf identisch, aber durch den längeren Hin- und Rückweg ergeben sich insgesamt mehr Kilometer und Höhenmeter. Die Seiser Alm, Europas größte Hochalm, lädt zu einer ausgedehnten Runde mit traumhaften Dolomitenblicken ein. Die kann man vom Sattel des Mountainbikes aus genießen, aber noch intensiver von einer der vielen Hütten am Wegesrand, die mit ganz unterschiedlichem Charakter um die Gunst hungriger und durstiger Bergradler buhlen. Konditionell ist diese Tour sehr anspruchsvoll. Fahrtechniker kommen insbesondere bei der Abfahrt zurück nach Seis auf knackigen Trails und Karrenwegen voll auf ihre Kosten.
Vom Tourismusverein Seis aus kann man sich auf den ersten Kilometern zur Kontrollstelle St. Valentin locker warmfahren. Es folgt eine längere Trainingseinheit: Die nächsten 600 Höhenmeter kurbelt man auf der ab 9 Uhr für den normalen Verkehr gesperrten Seiser Alm Straße bis nach Compatsch. Noch ein kurzes Stück folgt man der Straße Richtung Saltria, zweigt dann aber, vorbei am Hotel Steger Dellai, auf den Weg zum Joch ab. Hier führt ein traumhafter Höhenweg mit perfektem Blick auf den Schlern zum Alpenhotel Panorama (380 Meter vom Wegpunkt 25 entfernt). Bei gutem Wetter ist dieser Abstecher ein Muss: Das Gasthaus liegt auf einem Aussichtspunkt mit 360-Grad-Rundumblick. Es grüßen nicht nur die nahen Dolomitengipfel wie Langkofel, Plattkofel, Marmolada, Sellagruppe, Sas Rigais, Geislerspitzen, Rosszähne oder der Schlern mit der Santnerspitze. Bei klarem Wetter reicht der Blick noch viel weiter, z. B. bis in die Zillertaler und Stubaier Alpen oder sogar bis zum Ortler!
Immer weiter geht es bergauf, vorbei an der urigen Almrosenhütte bis zum höchsten Punkt der Tour kurz vor der Mahlknechthütte. Die Frage, bei welcher der vielen Einkehrstationen man hier anhalten möchte, muss jeder selbst beantworten. Nicht umsonst heißt diese Runde ja „Hüttenmarathon“.
Knapp 300 Höhenmeter „vernichtet“ man auf der rauschenden Abfahrt Richtung Tirler, nur um sie auf der folgenden Schotterstraße zum Zallinger bergauf wieder einzusammeln. Das macht aber nichts, denn dieser Platz ist ein echtes Highlight: Sitzt man auf der Terrasse nach Südosten, blickt man voll auf die „platte“ Seite des Plattkofels, angestrahlt von der Nachmittagssonne. Oder man setzt sich nach Südwesten und genießt den Blick Richtung Plattkofelhütte, Palatsch, Mahlknecht und Rosszähne.
Auf den nächsten Kilometern geht es hauptsächlich bergab im Angesicht von Plattkofel und Langkofel. Vom Jendertal wählt die Tour aber nicht den direkten Weg nach Saltria, sondern schlägt einen weiten Bogen um den Wolfsbühel, eine sanften Erhebung westlich des Jendertals. In diesem ruhigen Almgelände steigt die Route nur noch wenig an, und man kann die Seiser Alm von einer ihrer schönsten Seiten genießen. Mit der Sanon Hütte liegt bald die nächste Einkehrstation am Weg. Der kurze Umweg (am Wegpunkt 57 gut 250 Meter nach rechts) lohnt sich, denn hier kann man hervorragend essen.
Ein kurzes Stück folgt man der Straße nach Compatsch. Kurz unterhalb von Compatsch zweigt beim Gasthaus Zorzi ein Wanderweg Richtung Parkplatz Spitzbühel ab. Nach der Jaggl Schwaige wird dieser Wanderweg zum spaßigen Trail, der die Biker auf dem Parkplatz des Sesselliftes zum Spitzbühel ausspuckt.
Ab hier sind wieder die Fahrtechniker in ihrem Element. Der Trail Richtung Gstatsch hat es in sich, ist schmal und verblockt, teilweise ein alter Karrenweg. Vorsicht: Bei Nässe oder nach Regenfällen ist es hier sehr rutschig. Von Gstatsch geht der Abfahrtsspaß weiter, ein schmaler, einsamer Trail zirkelt hinunter Richtung Bad Ratzes. Erst nach der Überquerung des Frommer Baches holt uns die Zivilistation in Form einer Schotterstraße wieder ein.
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