Das Törggelen in Südtirol ist ein alter Brauch, der einst am Ende der Weinlese begangen wurde. Heute wird das Törggelen oft mit einer
Herbstwanderung verbunden, nach der man in einen Buschenschank, einen Bauernhof oder einen urigen Keller einkehrt, um gemeinsam zu essen: Gersten- oder Kürbiscremesuppe, Schlutzkrapfen, Speck, Kaminwurzen, Käse, Schüttelbrot, Knödel und eine deftige Schlachtplatte mit hausgemachten Würsten und Surfleisch. Den krönenden Abschluss beim Törggelen bilden die gebratenen Kastanien und die süßen Krapfen.
In den Ferienorten Kastelruth, Seis am Schlern, Völs am Schlern und Tiers am Rosengarten gibt es zahlreiche Lokale, die zum Törggelen einladen. Vor allem die Kastelruther Fraktionen St. Oswald und St. Vigil sowie die Gegend um Völs am Schlern – besonders Völser Aicha – sind dafür bekannt. Gemeinsam wandern Familien oder Freunde erst durch die malerische Herbstlandschaft – etwa auf dem Oachner Höfeweg – und essen anschließend in geselliger Runde. Sie verkosten den Sußer, den jungen Wein der Saison, plaudern angeregt und genießen die gemeinsame Zeit.