Sagen und Hexen

Die Seiser Alm und ihre umliegenden Dörfer sind voll von mythologischen und sagenumwobenen Wesen, deren Dasein eng mit der Natur und unserer Bergwelt verbunden ist. In unseren Wäldern und kargen Alm- und mächtigen Gebirgslandschaften geistern unzählige gutmütige aber auch bösartige Kreaturen umher. Einige davon sind: die Kräuterfrauen (Bregostans), die Kranken die Farbe der Morgenröte auf die Wangen zaubern, die Saligen, selige Weiblein, die von König Laurin in Blumen verzaubert worden sind, die schön blühen, im Herbst aber graue Zottelhaare bekommen und natürlich auch Zwerge, Riesen und "Wilde Leut" allerlei Couleurs. Über alle dominieren natürlich die Hexen, die es nicht nur aber vor allem auf dem Schlern, der Hexenberg par excellence, recht wild treiben und im Land allerlei Schäden anrichten.
Die Schlernhexen
Es ist bekannt, dass der lange Schlernrücken ein sehr beliebter Treffpunkt der Hexen ist, die von allen Seiten auf ihren Besen dahergeritten kommen und schlimme Unwetter brauen. Die alten Leut' erinnern sich noch gut an die schlimme Geschichte vom Hansel und dem Gewitter, als er die Kugeln seines Gewehres mit Weihwasser besprengte und eine Hexe damit niederschoss. Der Anblick der Hexe war so grauenvoll, dass der Bauer sich erst nach vielen Jahren wieder ganz von seinem Schrecken erholt hatte, vergessen jedoch konnte er die Geschehnisse jener Nacht sein ganzes Leben lang nicht mehr.

Keine Angst vor Hexe Martha
Die Hexe Martha liebt Kinder und die Natur, kann zaubern, verwandelt sich in Eichhörnchen und mag Harry Potter. Sie ist von Herzen gern eine gute Hexe. Weil sie aber eine Hexe ist, kommt es vielleicht manchmal vor, dass sie böse ausschaut. Aber tief drinnen wünscht sie allen das Beste. Vor ihr braucht man keine Angst zu haben. Hexe Martha wohnt nicht direkt im Wald, aber der Wald ist trotzdem ihr Zuhause. In ihrer freien Zeit streift sie durch den Wald und atmet gute Luft ein, redet mit den Bäumen, den Vögeln und den Tieren, denen sie begegnet. Sie erlebt die Schönheit der Natur und das ist eine ihrer Magien.

Kachler-Hans, der Hexenmeister
Es war ein herrlicher Sommertag in St. Valentin, als ein finsteraussehender Knecht das Bauernhaus verließ und eilig seines Weges ging. Alle Leute, die ihm begegneten, wichen ängstlich seinen Blicken aus. Nur diejenigen, die ihn schon von Weitem kommen sahen, tuschelten leise: "Schaut nur, dort drüben ist der Kachler-Hans! Ich wette alle meine zwanzig Ochsen, dass er jetzt auf den Schlern geht, um mit den Hexen zu tanzen, wenn nicht sogar mit dem Teufel selbst." Der Kachler-Hans sah zwar aus wie ein einfacher Bauernknecht, aber in Wirklichkeit war er ein bedeutender Hexenmeister, der die unglaublichsten Zauberstücke beherrschte und außerem noch stark wie ein Bär war.

König Laurin und sein Rosengarten
Im Rosengartengebiet herrschte einst der Zwergenkönig Laurin. Sein ganzer Stolz war sein Garten, in dem prachtvolle Rosen blühten. Eines Tages verliebte sich Laurin in die schöne Königstochter Simhild und entführte sie mit Hilfe seiner Zauberkräfte in sein Reich. Simhilds Bruder rief den Gotenkönig Dietrich zu Hilfe, um sie zu befreien. Dietrich ritt mit seinen Kämpfern ins Gebirge, forderte Laurin zum Kampf und besiegte ihn. König Laurin wurde gefangengenommen, konnte aber schließlich fliehen und in seinen Rosengarten zurückkehren.
Als er die blühenden Rosen sah, packte ihn der Zorn, denn der Glanz der Rosen hatte Dietrich den Weg in sein Reich gewiesen. Da verfluchte er die Rosen: „Weder der helle Tag noch die finstere Nacht sollen die Rosenpracht je wiedersehen!“ Die Zeit zwischen Tag und Nacht – die Dämmerung – vergaß Laurin. Zum Glück, so glühen die Dolomiten noch heute rosenrot, wenn sich die Sonne hinter den Gipfeln zur Ruhe legt.
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